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Trotz aller Unterschiede: Jeder verdient Respekt

Zeitzeuge kommt zu Wort – Jeveraner Froehlich schildert Kriegserlebnisse – Geschichte einer Japanerin

JS
   |   
10.05.2015
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Projekttage zum 70. Jahrestag Kriegsende in Deutschland an der Elisa-Kauffeld-Oberschule.
JEVER
 – 

Bis zu dem Tag, als ein Jagdbomber nahe seines Heimatortes abstürzte, hatte sich für Manfred Froehlich der Zweite Weltkrieg eher in der Ferne abgespielt. Zwar hörte der damals Elfjährige im letzten Kriegsjahr immer wieder von gefallenen Vätern. Auch beobachtete er die Kondensstreifen der Bomberströme, die in Richtung Hamburg, Bremen oder Wilhelmshaven flogen. Als der Jeveraner jedoch die verkohlte Leiche des alliierten Jagdbomberpiloten sah, war für ihn der Krieg plötzlich ganz nah.


Seine Erlebnisse schilderte Froehlich am Freitag – dem 70. Jahrestag der deutschen Kapitulation – den Schülern der Klasse 5a der Elisa-Kauffeld-Oberschule. Der Senior war selbst einst Lehrer an der Schule, in der heute Tochter Arnhild Froehlich Klassenlehrerin der 5a ist. Den teilweise verdutzten Schülern berichtete er von seinem Dienst bei der Hitler-Jugend, von der vormilitärischen Ausbildung in Form von Geländespielen und von Gehorsamsübungen. Und natürlich hatte auch der pensionierte Lehrer damals den Lebenslauf des „Führers“ auswendig lernen müssen.


Ganz still wurde es in der Runde bei Froehlichs Beschreibung der Piloten-Leiche. Noch heute kann er sich an das „schöne blonde Haar“ unter der Fliegerhaube erinnern. Weil sich der verbrannte tote Körper noch krümmte, haben der damalige Hitler-Junge und seine Freunde gedacht, der Soldat wäre noch am Leben. Doch alle Lösch- und Rettungsversuche blieben erfolglos. „Das war schrecklich“, sagte Froehlich nachdenklich.


Der Zeitzeugenbericht war nur ein Beitrag zum Projekttag „70 Jahre Kriegsende in Deutschland“ an der jeverschen Oberschule (wir berichteten).


Unter anderem ging es in den Klassen um das Alltagsleben im Dritten Reich, um den heutigen Rechtsextremismus sowie um Flucht und Vertreibung, wobei auch Mitschüler mit Migrationshintergrund über ihre Erlebnisse als Flüchtlinge berichteten.


Um ein besonderes Kriegsschicksal ging es in der Klasse 5b. Grundlage war Heike Ellermanns Buch „Papiervogel, flieg!“, in dem das Schicksal von Sadako Sasakis beschrieben wird.


Für das Mädchen wurde – stellvertretend für alle Strahlenopfer des Atombombenabwurfs – in Hiroshima ein Denkmal aufgestellt.


Die Japanerin glaubte, würde sie 1000 Papierkraniche falten, dann würde ihr der Strahlentot erspart bleiben – sie schaffte 990, bevor sie am 25. Oktober 1955 an Leukämie starb.


So bastelten auch die Fünftklässler Papierkraniche. Übrigens hatte vor dem Projekttag nur ein Schüler der 5b schon einmal von der Hiroshima-Bombe gehört. Als er die entsprechenden Filmaufnahmen im Fernsehen gesehen hatte, sei er regelrecht „geflasht“ gewesen.


Mit Friedenssymbolen beschäftigte sich die Klasse 6b. Aus Papier schnitten die Schüler weiße Tauben aus, die sie auf dem Wochenmarkt an Passanten verteilten. Nach einer kurzen Erklärung durch die Schüler reagierten die Beschenkten meist positiv. Doch die Sechstklässler diskutierten untereinander auch über Möglichkeiten der Friedensschaffung und -sicherung. Ihr Fazit: Menschen sollten sich trotz aller kulturellen und religiösen Unterschiede gegenseitig respektieren.


www.eko-jever.de






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