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Hans-Georg Berndt, der Mann an der Kasse

Fußball schauen, trainieren und kassieren – der Rentner hat immer was zu tun

LINA
   |   
25.02.2019
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Fußball schauen, trainieren und kassieren – der Terminkalender des Rentners ist immer voll.
SANDE
 – 

Wie viele Eintrittskarten er in seinem Leben schon abgerissen hat? Hans-Georg Berndt vermag es nicht zu sagen – es müssen aber einige Hunderte gewesen sein, da ist sich der 80-Jährige sicher. „Wenn ich nicht krank bin...“, schon richtet sich die Aufmerksamkeit des Rentners auf einen herannahenden Fan, der es kaum abwarten kann, sich das Spiel von Rot-Weiß Sande gegen Eintracht Oldenburg anzusehen. „Hey, na du! Drei Euro, bitte!“, „Waaas? Drei Euro!“, „Her damit, ist für den Verein!“ Das Geld landet klimpernd in Berndts roter Geldkassette, eine Eintrittskarte wechselt den Besitzer. „Ja, also wenn ich nicht krank bin, bin ich immer dabei“, erklärt der Rentner, der bei allen in seinem Verein, dem Rot-Weiß Sande, unter dem Namen Schorsch bekannt ist.


Seit 1961 ist er diesem treu, agiert als Jugendtrainer, Fußballspieler und eben Kassenwart. „Ich habe einen vollen Terminkalender“, betont er. Sehnt er sich da nicht manchmal nach der gemütlichen Couch? „Ha, das fehlt mir noch. Schauen Sie sich mal das schöne Wetter an. Da kann man doch nicht vor der Glotze sitzen“, stellt der 80-Jährige fest, und erblickt einen weiteren Besucher: „Drei Euro, bitte!“ Sogleich rollen mehrere Geldstücke über den Tisch, „Was ist das denn für Klütergeld? Da hinten habe ich doch in der Ecke noch einen Euro gesehen“, merkt der Rentner an, während sein rechtes Auge in die Brieftasche des Besuchers wandert. „Das habe ich bei dir ja noch nicht gesehen, wo du doch sonst immer die Millionen dabei hast“.


Ja, an Schorsch Berndt kommen die Fans, die das Fußballspiel am Falkenweg sehen wollen, schwerlich vorbei – doch das scheint ihnen nichts auszumachen. Hält der Rentner doch für jeden einzelnen Gast ein nettes Wort, eine lustige Anekdote oder einfach nur ein Lächeln bereit. Vor etwa fünf Jahren, auf einer Jahreshauptversammlung, hat sich der 80-Jährige dazu entschieden, das Ehrenamt zu übernehmen: „Wenn es darum geht, solche Posten zu vergeben, sind die Köpfe schnell unten“, merkt der Rentner mit einem Augenzwinkern an, „wenn sich dann jemand freiwillig meldet, leuchten aber die Augen“. Trotzdem mache er den Job nur allzu gern und eben alles für den Verein. Vielleicht auch deshalb, weil er so hautnah bei den Fußballspielen dabei ist, denn für diese Sportart schlägt sein Herz merklich.


Auch am Sonntag fiebert der 80-Jährige deshalb dem Spiel entgegen, ist nach Anpfiff in seinem Element. „Was ist das?“, mokiert Berndt sich mit einem Kopfschütteln bereits nach wenigen Minuten Spielzeit über einen Ballwechsel, „der Trick ging ja gar nicht“. Nur vereinzelt trudeln noch Besucher ein, die letzten Eintrittskarten werden abgerissen, Schorsch Berndt kann sich auf den Fußball konzentrieren. Wer gewinnen wird, mag der 80-Jährige zu Beginn noch nicht beurteilen: „Ich hoffe aber natürlich Sande“. Ganz erfüllt hat sich diese Hoffnung am Ende nicht, Eintracht Oldenburg hat das Spiel mit 2:1 für sich entschieden. Doch, wenn Schorsch Berndt in seinem Leben eines gelernt hat, dann dass es immer weiter geht.







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Autor des Artikels
Lina Bromba (lina)
Wittmund
Volontärin
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Fax: (0 44 62) 9 89 - 1 99
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