Macher vor Ort
Wählen Sie den Suchtyp aus.
  • Website
  • Web
 
Bildergalerie
Bilder aktueller Veranstaltungen aus der Region.jetzt ansehen
NEUE ÖFFNUNGSZEITEN
ServiceCenter ab sofort samstags geschlossen jetzt ansehen
<<
[1/1]Lesershop

Große Kaliber und eine kleine Prise Glück (+Video)

Volontär Dennis Maslo im Selbstversuch beim Schützenverein Jever – Zielübungen mit dem Präzisionsgewehr

DM
   |   
11.07.2019
[1]

 
Jeder kennt die regionalen Schützenfeste, doch was passiert eigentlich hinter den Pforten des Vereinsheims?
JEVER
 – 

Der Lauf des Präzisionsgewehrs zielt auf eine 100 Meter entfernte Scheibe. Mit bloßem Auge ist sie auf die Entfernung kaum noch zu erkennen doch durch das Zielfernrohr ist sie wie zum Greifen nah. So nah, dass ich sogar die Maserung des Papiers sehen kann. Ich fühle mich, als wäre ich Teil eines Actionfilms. In meinem Kopf kreisen Bilder von Filmhelden, die in lässigen Posen auf ihre Gegner schießen. Doch da kann ich bei weitem nicht mithalten – angespannt umklammere ich die Waffe. Ich atme tief ein, presse das Gewehr fest an meine Schulter und taste nach dem Abzug. Da löst sich auch schon der Schuss. Minutenlange Filigranarbeit beim Justieren des Gewehrs resultiert in einen gewaltigen Knall. Der Rückstoß drückt das Gewehr kurz in meine Schulter und innerhalb von einem Sekundenbruchteilen ist alles schon wieder vorbei. Die Anspannung fällt schlagartig von mir ab aber die Aufregung bleibt – immerhin ist es das erste Mal, dass ich ein Präzisionsgewehr abfeuere.

 

Das erste Mal

Zuvor hatte ich noch nie etwas mit dem Schießsport zu tun. Waffen kannte ich bislang nur aus Filmen und Videospielen, doch dann kam mir der spontane Einfall, einmal selbst das Schießen auszuprobieren. Nach kurzer Absprache willigte der Schützenverein Jever schnell ein, dass ich die Anlagen benutzen durfte.

Mit einer freundlichen Selbstverständlichkeit nehmen mich die Schützen auf. Sie zeigen mir ihre Waffenkammer, die Schießstände und auch die Technik, die hinter allem steckt. Und dann darf ich mich auch schon selbst am Schießstand erproben. Dort erklärt mir Alexander von Gostomski, was es mit dem Sport auf sich hat.


Zwischen Sport und Sammelleidenschaft

„Es gehört eine große Vorbereitung dazu. Nicht jeder darf einfach schießen. Man muss schon zuverlässig sein“, erklärt der Schütze. Zwar bietet der Verein regelmäßig die Möglichkeit für Gäste, den Sport zu testen, doch wenn man sich selbst eine Waffe zulegen will, gehen dem scharfe Kontrollen, sowie die Bereitschaft an den Wettkämpfen des Vereins teilzunehmen voraus. Alexander von Gostomski revidiert in diesem Zuge auch einen Mythos. „Wir haben alle keinen Waffenschein. Wir haben Besitzkarten, das wird häufig verwechselt. Denn beim Waffenschein geht es immer um das Führen der Waffe in der Öffentlichkeit.“ Die Schützen hingegen, nutzen ihre Waffen nur auf den Vereinsanlagen.


Bei passionierten Schießsportlern geht mit ihrem Hobby eine Sammelleidenschaft einher. Auf die Frage, wie viele Waffen er selbst besitzt, muss Alexander von Gostomski erst einmal tief Luft holen. „Also ich habe drei Pistolen und Revolver, dann habe ich noch einen Vorderladerrevolver, eine Vorderladerpistole, zwei Vorderladergewehre und dann noch drei weitere Ordonnanzgewehre, also Gewehre aus dem Ersten Weltkrieg und ein Jagdgewehr.“

Je nach Waffenart, kann das Hobby durchaus teuer werden. Das fängt schon bei der Munition an. „Es gibt Patronen, die kosten pro Stück 15 Euro, wenn man aber nur Kleinkaliber schießt, sind es teilweise nur ein paar Cent“, erklärt er. Seine teuerste Waffe – das Jagdgewehr – kostete 800 Euro, kleinere Kaliber seien in der Anschaffung allerdings deutlich günstiger.

 

 

Anfängerglück

Zugegeben, bevor ich selbst das Schießen ausprobiert habe, dachte ich bei Schießsportlern immer ein wenig an Waffennarren. Doch während Alexander von Gostomski von seiner Sammlung berichtet, klingt er wie ein Fußballer, der sich gerade über seine neuen Schuhe freut. Für die Schützen aus Jever sind die Waffen eben in erster Linie Sportgeräte. Und das wird schnell deutlich, wenn man es selbst einmal ausprobiert. Nachdem ich drei Mal mit dem Präzisionsgewehr auf die Zielscheibe gefeuert habe, wird sie per Klick auf einen Knopf herangefahren bis die Einschusslöcher wieder gut sichtbar sind. Mit erwartungsvollen Blicken schauen die Schützen um mich herum auf das Resultat. „Drei Mal ins Schwarze“ höre ich jemanden rufen. Auch im Schießsport scheint es wohl so etwas wie Anfängerglück zu geben.



Wissenswertes zum Schützenverein:

Der Schützenverein existiert seit dem Jahr 1786, als die Schützenkompanie errichtet wurde.

Seitdem hat sich einiges geändert,denn in den vergangenen Jahren ist der Schießsport immer mehr in den Vordergrund getreten.

149 Mitglieder hat der Verein momentan. Davon nehmen noch mehr als 80 Schützen regelmäßig an Wettkämpfen teil.

Das Angebot ist groß: Die Schützen können nicht nur Klein- und Großkaliber abfeuern, sondern auch Armbrust- und Bogenschießen.

1300 Quadratmeter Nutzfläche misst die Anlage am Bullhamm 34.

Gäste sind willkommen beim allgemeinen Schießtag, der jeden Dienstag um 20 Uhr stattfindet. 

Mehr Infos unter: www.sv-jever.de/






Leserkommentare


Noch keine Kommentare | Erstelle einen Kommentar
Autor des Artikels
Dennis Maslo (DM)

Sportredaktion
Telefon: 04461-944-291
Fax:
E-Mail   Artikel
 

ePaper lesenePaper Grafik

Jetzt anmelden
Noch nicht überzeugt?
»Jetzt kostenlos testen!
 
Anzeige
 
WhatsApp-Service
 
 
 

Wochenblatt-Ressorts



Ems-Jade Wangerland, Wangerooge Wilhelmshaven Jever Schortens Sande
 
Top-Services
Shop AfH Kontakt Rat Karriere
BL-Tipp Events Anzeigen Abo Meinung