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Eine Tagung in Berlin bei Kerzenschein

Wochenblatt-Redakteurin ist beim Blackout in Köpenick

PIA
   |   
22.02.2019
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Wie das Leben ohne Elektrizität aussah, das musste der Berliner Stadtteil Köpenick in dieser Woche erleben.
BERLIN/JEVER
 – 

Der Griff zum Lichtschalter ist für jeden von uns selbstverständlich. Einmal gedrückt und – „tata“: Es werde Licht. Umso verwirrender, wenn diese banale und gewohnte Handlung ein anderes Ergebnis erzielt als sonst und es dunkel bleibt. Genau das ist in Berlin in dieser Woche passiert. Aufgrund eines Kabelschadens infolge von Bauarbeiten war gegen Dienstagmittag im Stadtteil Köpenick auf einmal alles aus. Keine Ampeln, keine Computer und kein Licht.


Auch in einem Tagungshotel im Naturschutzgebiet am Müggelsee erloschen plötzlich alle Lampen. Bei den Teilnehmern der Tagung des Presse- und Informationszentrums der Luftwaffe war erstmal das Gelächter groß. Klar, solche Umstände sind ungewöhnlich, der Referent ohne Power Point-Präsentation planlos. Zuhörer, die gerade kurz vorm Einschlafen waren, finden plötzlich auch wieder den Weg zurück zu den die Lebenden.


Zu dem Zeitpunkt wusste allerdings noch niemand, dass es mehr als 31 Stunden dauern würde, den Schaden zu beheben, und dass die Tagung am Mittwochabend schließlich wegen leerer Notstromakkus und wegen des daraus resultierenden Sicherheitsrisikos würde abgebrochen werden müssen.


Wie auch? Denn der Stromversorger Vattenfall hatte über die Medien mitgeteilt, dass der Strom spätestens nachts wieder fließen werde. Also machten das Hotel und die Gäste des Hauses das Beste aus der Situation. Es gab Glühwein, und in einem kerzenlichtdurchfluteten Speisesaal wurden ausnahmsweise keine warmen Speisen, sondern kalte Sandwiches serviert. Dem einen oder anderen Soldaten wurde dabei ganz warm ums Herz, mit Handys, die schon auf der Energiereserve liefen, wurde die romantische Stimmung dokumentiert. Aufs Zimmer wurde noch eine brennende Kerze mitgenommen, das Smartphone schon einmal ans Ladekabel angeschlossen, damit es morgens mit angenehmen 100 Prozent bereit liegen würde.


Es kam anders, Vattenfall verschob die Wiederherstellung des Stromnetzes immer wieder. Nach hinten, nach vorne, um sich dann doch noch weiter nach hinten zu korrigieren. Die letzten Prozente des Akkus wurden nun genutzt, um die Familie und Freunde zu informieren, dass man die kommenden Stunden erstmal offline sei.


Kein warmes Essen, kein Licht, nur kaltes Wasser und Dunkelheit, die immer weiter in die Räume kriecht, je später es wird. Beängstigend ist schon, wie abhängig wir vom Strom sind. Nicht umsonst schätzen Experten, dass bei einem größeren Blackout schon nach wenigen Tagen Anarchie und Plünderungen anfangen würden.


Apropos Plünderung. Das ist genau das richtige Wort, um zu beschreiben, wie sich Menschen während eines Stromausfall-Frühstücks auf die wenigen Kannen warmen Kaffees stürzen, nachdem klar geworden ist, dass es nicht genug für alle geben wird.







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Autor des Artikels
Pia Miranda (pia)
Jever
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Fax: (0 44 61) 9 44 - 2 99
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