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Die drei Blickwinkel des Dietmar de Vries

Spieler, Schiedsrichter und Physiotherapeut – Der Jeveraner hat Handball in vielen Facetten erlebt

Von THOMAS BREVES
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08.11.2019
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In dieser Saison stellt er sich wieder in den Dienst der HG Jever/Schortens. Ans Aufhören denkt er jedes Jahr aufs Neue.
JEVER/SCHORTENS
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Wenn er in die Sporthalle kommt, erkennt man ihn schon von Weitem. Seine Stimmung ist meistens gut, er lacht gerne und die nicht vorhandene Haarpracht ist so etwas wie ein Markenzeichen. „Didi“ nennen ihn alle nur bei der HG Jever/Schortens. Er ist zurückgekehrt, wieder einmal. Denn schon oft hat der 52-Jährige seinem Handballsport innerlich abgeschworen. Zuletzt wollte er nach einem Abstecher zur Mannschaft des Wilhelmshavener HV II aufhören. Jetzt ist er wieder in seiner Sporthalle an der Jahnstraße in Jever, ein Neubeginn schon zum zweiten Mal in dieser Saison. Denn gerade erst hat de Vries eine Hüft-Operation hinter sich gebracht, die ihm zwei Monate Zwangspause eingebracht hat. „Eigentlich sollte ich drei Monate Pause machen“, sagt der Physiotherapeut und lacht.


Das große „Hallo“ in der Halle ist ihm sicher, als er in dieser Woche das erste Mal wieder zum Training der ersten Männermannschaft kommt. Schon am Samstag wird er auch offiziell wieder auf der Trainerbank des Teams Platz nehmen, wenn es um 18 Uhr gegen den VfL Rastede geht. Die Sicht von der Seitenlinie auf das Geschehen auf dem Spielfeld ist ihm in den vergangenen Jahren vertraut geworden. Dabei hat seine Liebe zum Handball als Spieler auf dem Feld begonnen. In der C-Jugend wurde er von seinem Sportlehrer zum Handballtraining bei Eintracht Wangerland eingeladen. Das erste Spiel für den Club hat sich für immer bei ihm eingebrannt: „Wir haben 1:8 gegen den SSV Neuenburg verloren, aber ich habe den einzigen Treffer für uns erzielt“, erzählt er und es glitzert in seinen Augen. So verheißungsvoll die Karriere als Spieler begann, so wenig steil verlief sie letztlich. „Ich habe über die Jahre gemerkt, dass der Spaß am Handball zwar vorhanden ist, aber für höherklassigen Sport wohl doch etwas fehlt.“


Im Herrenbereich begann er mit seiner beruflichen Ausbildung zum Masseur. „Und da ich nun etwas für Handball übrig habe, wollte ich auch eine Mannschaft betreuen. Er heuerte bei der SG Schortens an. „Das waren Schlachten gegen den MTV Jever“, erinnert er sich zurück. Kaum zu glauben war es damals, dass die beiden Clubs irgendwann einmal gemeinsame Sache machen würden.


Ende der 80er Jahre kam mit der Grenzöffnung die Vereinheitlichung des Berufsstandes. De Vries beschloss die Ausbildung zum Physiotherapeuten anzugehen und legte zusätzlich die Prüfung zum Sportphysiotherapeuten ab. Zudem beschloss er den Handballsport noch aus einem dritten Blickwinkel kennenzulernen und wurde Schiedsrichter. An der Seite von Achim Gawenda leitete er Partien bis zur Oberliga. Heute würde er diesen Weg nicht mehr gehen. „Der Handball hat sich verändert. Der Respekt voreinander ist weniger geworden, es gibt mehr Gemecker. Die Vereine dürfen sich nicht wundern, dass es kaum noch Schiedsrichternachwuchs gibt und bald nur noch 70-Jährige Begegnungen pfeifen“, sagt er.


Respekt ist ein Wort, das dem 52-Jährigen viel bedeutet. Dazu gehört für ihn auch die Trainingsbeteiligung. „Als ich selbst gespielt habe, haben wir uns darauf gefreut, ins Training zu gehen. Heute stehen viele andere Dinge im Vordergrund. Ich versuche, darauf einzuwirken, indem ich den Jungs vermittele, dass ich auch Spaß an der Sache habe“, sagt de Vries. Denn er ist nicht nur Physiotherapeut des Teams, sondern leitet auch die eine oder Trainingseinheit. Als Ältester unter den Verantwortlichen fühlt er sich manchmal wie der Papa der Mannschaft. „Die Jungs geben mir das Gefühl, dass sie es auch so sehen. Für mich ist es wichtig, auch mal zuzuhören“, sagt der 52-Jährige. „Mein Verständnis war immer, das ich mich ins Training einbringe“.


Er wäre im Mai dieses Jahres womöglich nicht wieder zur HG Jever/Schortens zurückgekehrt, wenn sich nicht einiges geändert hätte. Mit Henning Cassens hat die erste Mannschaft einen jungen Trainer gefunden. Er und de Vries kennen sich lange und schätzen sich. Der Reiz, etwas aufzubauen, ist wieder da. Vielleicht liegt es auch daran, dass sich Dietmar de Vries in dieser Saison geschworen hat, erstmals nicht darüber nachzudenken, ob er aufhören will – mit seinem Handballsport.







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