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Bundesrat entscheidet  über die Hebammen-Reform

Studium soll künftig zur Pflicht werden

JW
   |   
08.11.2019
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WILHELMSHAVEN/FRIESLAND
 – 

Am Freitag entscheidet der Bundesrat über die Reform der Hebammenausbildung. Damit setzt Deutschland als letzter Mitgliedstaat eine EU-Richtlinie um. In allen anderen Ländern der Europäischen Union werden Hebammen bereits an Hochschulen ausgebildet. In Deutschland betrifft diese Reform jährlich rund 1000 Hebammen. Hier vor Ort in Wilhelmshaven und Friesland setzt sich vor allem Christina Harms-Janßen (Mederns), die Kreisdelegierte Hebamme der Region Friesland/Wilhelmshaven, für die Belange der Hebammen ein, die am Donnerstag nochmals auf die am Freitag wichtige Entscheidung hinwies.


„Die Ausbildung der Hebammen an Hochschulen ist längst überfällig und würde nach den bisherigen Zusagen zu einer dringend benötigten Verdoppelung der Ausbildungskapazitäten in Niedersachsen führen“, sagt Veronika Bujny, Vorsitzende des niedersächsischen Hebammenverbands, in einer Pressemitteilung. „Die junge Hebammengeneration braucht das hohe Ausbildungsniveau und die Karrieremöglichkeiten, die bereits heute in allen anderen Ländern der EU Standard sind.“


Kontrovers diskutiert wird die Höhe der Kosten für die Hebammenausbildung. Laut Bundesgesundheitsministerium werden die Kosten zur unmittelbaren Umsetzung des Gesetzes geschätzt einen zweistelligen Millionenbetrag nicht überschreiten. „Wir sprechen hier über 165 Studienplätze pro Jahr, bei insgesamt mehr als 36000 Studienanfängern in Niedersachsen jährlich. Jede weitere Verzögerung des Studiums führt zu unverantwortbaren Versorgungsengpässen“, sagt Bujny.


Die Mehrkosten ab dem ersten vollständig akademisierten Jahr für den Bund und die private Krankenversicherung liegen unter einem einstelligen Millionenbetrag, für die gesetzlichen Krankenkassen wird mit einem unter zweistelligen Millionenbetrag gerechnet. Yvonne Bovermann, Präsidiumsmitglied im Deutschen Hebammen-Verband, stellt die Bedeutung der Reform für die Hebammenversorgung heraus: „Der Gesetzentwurf ist in einem langen Dialogprozess zustande gekommen. Wir sollten eine moderne Ausbildung unserer Hebammen nun schnellstmöglich auf den Weg bringen.“







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Autor des Artikels
Jeversches Wochenblatt (JW)
Jever

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