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Vom Roman zum dramatischen Theater

Landesbühne fasziniert mit der Uraufführung „Die Jüdin von Toledo“

Von ERNST RICHTER
   |   
06.05.2012
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WILHELMSHAVEN
 – 

Samstagabend, das Theaterpublikum strömt zur letzten Premiere der Spielzeit 2011/2012 ins Stadttheater, kann aber nicht alle Theatersessel besetzen, obwohl das Thema dieser Uraufführung heute so aktuell ist wie vor knapp einem Jahrtausend, als Alfonso VIII. von 1158 bis 1214 regierte und für den Aufstieg Kastiliens innerhalb der spanischen Königreiche verantwortlich war. Toledo war die multikulturelle Residenzstadt, in der sich ein Völkergemisch in verschiedenen Sprachen, wie Arabisch, Hebräisch, Lateinisch und Jüdisch verständigte. Damals wie heute stritten die Menschen um Macht, um Geld und um das Regieren, wobei Liebe und Intrigen oft tonangebend geblieben sind. „Die Jüdin von Toledo“ hat Kristo Sagor als Auftragsarbeit für die Landesbühne Niedersachsen Nord nach dem Roman von Lion Feuchtwanger geschrieben.


Gast-Regisseur Alexander Schilling hat seine „Jüdin von Toledo“ aus dem Roman mit einer komprimierten Handlung in ein dramatisches Schauspiel verwandelt, das die Historie ausspielt, die Gegenwart streift und das Publikum fasziniert. Dabei entstehen auch szenisch heitere Momente mit den musikalisch und gepfeffert gerockten Kontrapunkten zwischen gestern und heute, (schelmisch betrachtet könnte der Zuschauer bei der großen Bühnenstreiterei auch an eine Ausschusssitzung heutiger Parlamentarier denken).


Die Handlung wird dirigiert von Cino Djavid als König Alfonso, der sich frech und zugleich witzig in Szene setzt und für sein Schlagzeug-Solo Szenenapplaus erhält sowie Thomas Hary als der jüdische Finanzier Jehuda Ibn Esra und Anna Rausch als dessen charmant agierende Tochter Rechja und Julia Blechinger als Königin Ellinor. Die beiden Geistlichen Don Rodrigue und Don Martin werden von Johannes Simons und Sebastian Moske würdevoll gespielt. In den weiteren Rollen beeindrucken Aida-Ira El-Eslambouly als Dona Leonor, Joachim Kwasny gefällt in dem Part als Musa Ibn Da’du und Axel Julius Fündeling als Marique de Lara sowie Christian Simon als Belardo. Als Statisten wirken mit Stephan Kremke und Horst Lücken.


Das Bühnenbild und die Kostüme zwischen gestern und heute entwarf Diana Pähler. Der flüssig gestalteten, einfallsreichen Regie muss angekreidet werden, dass oft die Dialoge nicht verständlich beim Publikum im Parkett ankommen. Die reine Spieldauer der Aufführung von zwei Stunden und 15 Minuten könnte noch etwas in den kontrovers geführten Dialogen gekürzt werden. Insgesamt beweist das Ensemble eine souveräne Spielfreude, die diese Uraufführung zu einem (lehrreichen) Erlebnis für das Publikum gestaltet. Die edlen Rittersleut‘ und der gerechte Krieg gehören ins Reich der Märchenwelten.







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