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Methadon unkontrolliert verabreicht?

Vareler Arzt wegen Verstoßes gegen Betäubungsmittelgesetz in 1189 Fällen vor Gericht

GRP
   |   
12.02.2012
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Mediziner soll Drogenabhängigen massenhaft die Ersatzdroge ausgehändigt und mit Krankenkassen falsch abgerechnet haben.
VAREL/OLDENBURG
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Wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz in 1189 Fällen und Abrechnungsbetrugs in 19 Fällen muss sich jetzt ein 58 Jahre alter Arzt aus Varel vor dem Oldenburger Landgericht verantworten. Dem Angeklagten wird vorgeworfen, jahrelang Drogenabhängigen unkontrolliert und ohne Therapiekonzept die Ersatzdroge Methadon ausgehändigt und überlassen zu haben.


Der Mediziner führt seit 1992 bei Drogenabhängigen Substitutionsbehandlungen durch. Dabei soll er die für eine solche Behandlung maßgeblichen ärztlicherseits zu beachtenden Voraussetzungen nicht eingehalten haben. Laut Anklage fehlte es an Eingangsuntersuchungen und Urinkontrollen. Auch sollen die Patienten die Ersatzdroge mit nach Hause bekommen haben. Im Regelfall aber darf Methadon nur unter Aufsicht direkt in der Arztpraxis eingenommen werden.


Der gleichzeitige Konsum von anderen Drogen, der nicht erlaubt ist, soll für die Drogenabhängigen keine Konsequenzen gehabt haben. In einigen Fällen hätten die Patienten die ihnen vom Angeklagten überlassenen Ersatzdrogen auch verkauft und so Handel damit getrieben. Bei Nichteinhaltung der Vorschriften hätte der Angeklagte die Leistungen nicht gegenüber den Krankenkassen in Rechnung stellen dürfen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Vareler Arzt daher in 19 Fällen auch einen Betrug mit einem Schaden von insgesamt 49 000 Euro vor.


Die Staatsanwältin benötigte beim Prozessauftakt am Freitag zwei Stunden, um die 62 Seiten umfassende Anklageschrift zu verlesen. Schon einmal sollte gegen den Arzt verhandelt werden. Im Oktober 2009 war aber das Verfahren geplatzt, weil ein Sachverständiger für befangen erklärt worden war. Der medizinische Gutachter hatte seinerzeit auf eigene Faust ermittelt.


Nun hat das Landgericht Oldenburg eine neue Sachverständige zu dem Verfahren hinzugezogen. Sie soll Auskunft darüber geben, in welchem Umfang der angeklagte Mediziner gegen Vorschriften verstoßen haben soll. Der Prozess ist bis Ende April terminiert.







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