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Ein wichtiger Ort zum Lernen und Nachdenken

Professor Löwenberg weist auf die gemeinsame Verantwortung „für die ganze Menschheit“ hin

JS
   |   
28.09.2014
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Der Landkreis wird dieses neue und einzigartige Bildungszentrum ideell und materiell fördern.
JEVER
 – 

Professor Dr. Bob Löwenberg kann sich noch gut an die Erzählungen seiner Großmutter Änne über die Reichspogromnacht erinnern. Die Witwe des letzten Vorstehers der jüdischen Gemeinde in Jever, Hermann Gröschler (1880-1944), habe oft über den nächtlichen Anruf erzählt, in dem es hieß: „Die Synagoge brennt!“ Den Feuerschein, so Löwenberg gestern in seiner Rede anlässlich der Eröffnung des Gröschler-Hauses (Seite 1), hätten seine Großeltern damals von zu Hause aus sehen können.


Entsprechend schwer habe sich seine Großmutter 1984 getan, als sie nach Jever eingeladen worden war. Tatsächlich sei das Wiedersehen mit der Heimatstadt keine leichte Erfahrung gewesen, weiß Löwenberg. Doch obwohl der Niederländer den Tränen nahe war, als er über die Erinnerungen seiner Vorfahren während der NS-Zeit sprach – am Ende seiner emotionalen Rede wies er auf die gemeinsame Verantwortung von Jeveranern und den Gröschler-Nachkommen „für die ganze Menschheit“ hin.


Um diese Verantwortung soll es auch in dem „Zentrum für Jüdische Geschichte und Zeitgeschichte der Region“ gehen. Bei einem Empfang im Schloss sprach Volker Landig von einem Ort des „Lernens und Nachdenkens“. „Damit wir die Gegenwart und die Zukunft gemeinsam bestehen – dafür steht das Gröschler-Haus“, so der Pastor i.R.


Marianne Kaiser-Fuchs sprach angesichts der Ermordung und der Vertreibung der jeverschen Juden während der Nazizeit von einem „großen Verlust an Kultur und Wissen“.


Das neue Bildungszentrum bezeichnete die stellvertretende Landrätin als „einzigartig“ für die Region und versprach deshalb für den Landkreis, die Einrichtung „ideell und materiell“ zu fördern.


Jan Edo Albers begrüßte die Gäste auf Englisch, „an dem Ort, an dem die Vorfahren in Frieden und respektiert gelebt haben“. Auch der Bürgermeister unterstrich die Aufgabe des Gröschler-Hauses, jungen Leuten die Wahrheit über das Leben und Wirken aber auch über die Ermordung und Vertreibung der jeverschen Juden näherzubringen.


Hartmut Peters sprach von den „shadows of the past“, den „Schatten der Vergangenheit“. Angesichts von rund 70 von den Nazis getöteten jeverschen Juden hatte sich der pensionierte Lehrer und Ideengeber für das Gröschler-Haus darüber gewundert, wie viele der Gröschler-Enkel und -Urenkel bei der Namensgebung dabei sein wollten (auch die beiden Gröschler-Brüder Hermann und Julius waren 1944 in Konzentrationslagern ermordet worden). Es habe lange gedauert, bis sich die Jeveraner mit dem Thema beschäftigt haben, räumte Peters ein. Ein Projekt am jeverschen Mariengymnasium sei 1982 verächtlich als „von linker Seite“ kommend abgetan worden.


Und obwohl sich bei der Aufarbeitung der jüdischen Geschichte in Jever viel getan hat, gab Peters zu bedenken: „Wir sind noch ganz am Anfang.“ Ähnlich äußerte sich auch Marianne Kaiser-Fuchs zum Gröschler-Haus. „Die eigentliche Arbeit beginnt jetzt erst“, sagte sie.







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