Macher vor Ort
Wählen Sie den Suchtyp aus.
  • Website
  • Web
 
Bildergalerie
Bilder aktueller Veranstaltungen aus der Region.jetzt ansehen
NEUE ÖFFNUNGSZEITEN
ServiceCenter ab sofort samstags geschlossen jetzt ansehen
<<
[1/1]Lesershop

Mit der Sonne aufgewacht: Schlafstrandkorb auf Wangerooge

Redakteurin testet

PIA
   |   
05.07.2019
[0]

 
Einen Tag und eine Nacht hat Pia Miranda in einem der neuen Schlafmöglichkeiten verbracht.
WANGERLAND
 – 

Kennen Sie das, dieser Moment, am Strand zu stehen und in die weite Ferne des Meeres zu blicken? Der automatische Reflex, die frische, warme Luft, die nach einer Mischung aus Salz und Sonnencreme riecht, in die Lungen zu saugen? Und dieses fantastische Gefühl von Sandkörnern unter den nackten Füßen, wie sie sich zwischen die Zehnen drücken und leise dabei knirschen? Währenddessen durchströmt den Körper eine unbeschreibliche Ruhe und Gewissheit, dass - egal wie stressig der Alltag und wie schwer die Sorgen vorher auf dem Herzen lagen – jetzt alles wieder gut werden kann.


Ja, das klingt ungemein pathetisch, aber ich fühlte mich auf Wangerooge einfach pudelwohl! Ich war auf der Insel, um einen der neuen Schlafstrandkörbe zu testen und wollte das volle Paket inklusive Meer, Strand, Sand und Sonne. Letztere ballerte mir gerade von einem wolkenlosen Himmel ins Gesicht, aber wenn eine schöne Strandbräune das größte in Kauf zu nehmende Übel sein würde, dann würde ich dieses Leid still ertragen.


Alleine am Strand


„Wenn du irgendwas brauchst, meld‘ dich einfach bei mir“, hatte Ramona Engelmeier vom Wangerooger-Marketing-Team gesagt, nachdem Sie mir den Schlüsselbund gegeben hatte. Zwei baumelten daran, der eine, um den Strandkorb abzuschließen, den anderen für ein privates Badezimmer, samt neue Dusche und Toilette. Ich fand, dass


Sonne, Strand und die Chance, heute Nacht direkt am Strand schlafen zu können, erstmal alles waren, was ich brauchte, und so entließ ich die junge Frau. Nun war ich alleine, zumindest in dem Maße, wie man es zwischen Bade-, Burgen- und Hundestrand sein konnte.


Glamping statt Camping


Und so machte ich mich erst einmal daran, den Schlafstrandkorb ausgiebig zu erkunden. Zwar wird die Übernachtungsmöglichkeit damit beworben, dass „ausreichend Platz“ für zwei Erwachsene sei, bei einer Breite von 1,40 Metern müssten die ausgewachsenen Menschen jedoch entweder sehr dünn sein oder sich sehr lieb haben. Insgesamt ist der Korb 2,40 Meter lang, sodass es da weniger Probleme geben sollte. Es war viel Stauraum vorhanden, Licht für die Nacht und der Sonnenuntergang konnte durch Bullaugen in der Plane auch bei schlechterem Wetter beobachtet werden. Positiv überrascht war ich über die gemütliche Matratze und weiche Bettwäschegarnitur. So hatte das ganze eher einen Glamping- als Camping-Charakter. Dennoch konnte ich mir bei bestem Willen nicht vorstellen, wie meine Oma hier Ferien macht und mein Opa nachts bei Wind und Wetter aus dem Strandkorb und über den Strand huscht, um kurz aufs Klo zu gehen.


Meine Aufgabe als Strandkorbtesterin nahm ich natürlich sehr ernst. Ganz wichtig war es, auch das Drumherum zu begutachten. Also schmiss ich mich in Badebekleidung und testete den Strand. Ich befand ihn für schön und machte mental hinter dem Punkt „Haptisches Erlebnis der Haut mit den Sandkörnern“ ein Haken mit dem Vermerk „ziemlich geil“. Auch das Wasser war zu meiner Zufriedenheit und als die Wellen sich brachen, ergoss sich meterweit weißer Schaum über unzählige Fußspuren im Sand und hinterließ nach seinem Rückzug nichts als einen nassen, glänzenden Film. Auch geil! Zwischendurch lag ich brutzelnd in der Sonne, beobachtete Menschen und aß ein Eis. Das Fazit zum Drumherum fiel dementsprechend objektiv aus: Es gibt schlimmere Arbeitstage.


Gesprächsthema Nr. 1


Nach nur wenigen Stunden war mir aber eines ganz klar: Jemand, der seine Ruhe haben will, für den ist der Schlafstrandkorb nichts. Denn das Schlafdomizil mitten am Strand zieht ungemein viele Menschen an. „Was ist das denn?“, „Das kann man buchen?“ und „Als Frau wollen Sie darin übernachten? Haben Sie keine Angst?“ waren die gängigsten Gesprächseinstiege. Tagsüber hatte ich damit kein Problem, doch je später es wurde, desto mehr wurde das offene Alleinsein ein wenig gruselig. Vor allem, als ich bettfertig unter der gemütlichen Decke lag und den Sonnenuntergang genießen wollte. Zuerst ließ ich das Bullauge noch offen, als neugierigen Blicke immer wieder durch das Bullauge ins Innere blickten, wurde die Plane zugeklappt. Als ich einschlief erinnerte nur das Rauschen der Wellen daran, knapp 30 Meter weit vom Meer entfernt zu sein.


Es war eine kurze Nacht, denn schon gegen 3.30 Uhr wachte ich zum Sonnenaufgang auf. An normalen Tagen in meinem eigenen Bett hätte ich mich wieder umgedreht, aber nicht an diesem. Da nur wenige Menschen zu der Zeit unterwegs waren, öffnete ich den Schlafstrandkorb. Der Wind war nicht so stark, blies mir ins Gesicht und durch die Haare - in einer Sommernacht ungemein angenehm. Das Blau der Nacht wurde immer heller, die Sonne war noch nicht erschienen, aber allein die unmittelbare Nähe zum Meer, Himmel und die Wolken vorbeiziehen zu sehen, während ich warm unter der Decke lag, war einmalig. Alles war ruhig als der rote Ball in den Morgenstunden aufging und den Himmel in ein wildes Farbenspiel verwandelte. Jetzt wusste ich, dass ein Tag am Strand zwar wunderbar ist, die Nacht hingegen magisch.


Der Schlafstrandkorb:


Seit Junikann in den Schlafstrandkörben auf Wangerooge übernachtet werden.


Die Maße sind 1,40 Meter in der Breite und 2,40 Meter in der Länge.


Buchungenkönnen online vorgenommen werden auf der Homepage der Gemeinde.


www.wangerooge.de






Leserkommentare


 

ePaper lesenePaper Grafik

Jetzt anmelden
Noch nicht überzeugt?
»Jetzt kostenlos testen!
 
Anzeige
 
WhatsApp-Service
 
 
 

Wochenblatt-Ressorts



Ems-Jade Wangerland, Wangerooge Wilhelmshaven Jever Schortens Sande
 
Top-Services
Shop AfH Kontakt Rat Karriere
BL-Tipp Events Anzeigen Abo Meinung