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ARTIKELARCHIV
Quelle: Jeversches Wochenblatt, Rubrik: Aktuell, Ausgabe vom 04.07.2008
| Zukunftsprojekt für die Nordsee vorgestellt |
| Masterplan präsentiert / Qualität und Infrastruktur verbessern |
| Wangerland/Friesland/bb – Der nun fertiggestellte Masterplan Nordsee wurde gestern vorgestellt. Frieslands Landrat Sven Ambrosy, sein Wittmunder Kollege Henning Schultz und Sonja Janßen, Vertreterin des Tourismusverbandes Nordsee präsentierten die 128-seitige, farbliche Broschüre. Diese zeigt die Ergebnisse der Firma ift Freizeit - und Tourismusberatung aus Köln, die von dem Tourismusverband Nordsee beauftragt worden war, ein „Touristisches Zukunftskonzept“ für die Nordsee zu erarbeiten. Es werden Analysen unter anderem zur Infrastruktur und zum Beherbungsangebot gegeben, quantitative Anforderungen bis 2015 herausgestellt und Handlungsempfehlungen gegeben.
Ambrosy und Schultz, die vom Tourismusverband mit der Vorstellung des Konzeptes beauftragt worden waren, stellten vor allem die Qualitätsprobleme bei den Übernachtungsmöglichkeiten in den Vordergrund. Der Trend gehe immer mehr dazu, dass Gäste in qualitativ hochwertigen Unterkünften ihren Urlaub verbringen möchten. Vor allem bei den privaten Unterkünften sei dies nicht immer gegeben. Auch das Angebot an Hotels mit gehobenem Standard müsse erweitert werden. Ebenso wurde der Schwachpunkt Bahn angesprochen. Denn: Durch das schlechte Streckennetz an der Nordsee ist eine Anreise mit dem Zug nicht attraktiv. Vor allem in Zeiten der steigenden Spritkosten müsse man sich eine Alternative zur Anreise mit dem Pkw überlegen.
Angst vor dem Ergebnis der Analyse hatte Ambrosy nicht, denn es würde nichts bringen, wenn eine Analyse unehrlich sei. Sein Fazit: „Ja, es gibt Probleme, aber sie sind gering – und man kann sie abstellen.“ Die Nordsee ist die beliebteste Urlaubsregion in Niedersachen – die Kundenzufriedenheit liegt bei 80 Prozent – und diese Position soll verteidigt werden. Deshalb gehe es auch nicht darum, „das Rad neu zu erfinden, sondern die jetzige Position zu verfestigen“, so Ambrosy. Auch Schultz sieht das Ergebnis der Analyse als positiv an: „Es sind häufig nur Kleinigkeiten, die gemacht werden müssen.“ Denn trotz des schlechten Sommers im letzten Jahr lag die Zunahme der Besucher bei sechs Prozent; die Zahl der Übernachtungen belief sich auf 37 Millionen, und die Touristen ließen 2,4 Milliarden Euro in der Region. Um diese Position zu verteidigen und weiter auszubauen, sei es wichtig, dass die Region selbsbewusster wird, so Ambrosy. Auch die Unverwechselbarkeit müsse weiter herausgestellt werden; vor allem im kulinarischen Bereich gibt es einige Möglichkeiten, die Besonderheit der Region Nordsee noch zu unterstreichen und das Angebot an einheimischen Produkten zu verstärken. Als besonders positiv wurde das Freizeitangebot genannt. Es würde viele attraktive Angebote über Museen, Opern und Festen bis hin zu Spielscheunen geben.
Die Marktstudie, deren Kosten sich auf 140000 Euro belaufen, wird ab dem 7. Juli auf der Internetseite des Landkreises als PDF zum Herunterladen bereitgestellt. Die Broschüre, die eine Auflage von 2000 Exemplaren hat, können Interessierte auch beim Landkreis bestellen. |
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