ARTIKELARCHIV
Quelle: Jeversches Wochenblatt, Rubrik: Aktuell, Ausgabe vom 27.06.2008
| 2009 soll IGS Friesland starten |
| Drei Modelle im Gespräch / Eigenes Profil wird angestrebt |
| Friesland/Schortens – Es ist zwar noch mehr als ein Jahr Zeit bis zum Schuljahresbeginn 2009, aber es gebe auch noch viel Arbeit, um mit einer IGS für Friesland starten zu können, zog Olaf Lies als stellvertretender Landrat ein Resümee einer Veranstaltung im Schortenser Bürgerhaus.
Gut 70 Eltern und Interessierte hatten sich eingefunden, um in der von Martina Esser moderierten Veranstaltung zunächst mit einem Vortrag von Werner Biehl (Deutsch-Finnische Gesellschaft) zum Thema „IGS – nur ein System“ eingestimmt zu werden. „Auf den Anfang kommt es an“ – in diesen Worten könnte man vereinfacht die Bildungspolitik der skandinavischen Länder zusammenfassen. Zumindest legten sie großen Wert auf frühkindliche Bildung und frühe Förderung.
An diesem Abend stellten die Eltern natürlich auch konkrete Fragen zur Umsetzung einer IGS. Zum Einstieg stellte der Landtagsabgeordnete Olaf Lies den aktuellen Stand der Gesetzgebung vor. Er nannte dabei die geforderte minimale Fünfzügigkeit der neuen Gesamtschulen und den qualifizierten Elternwillen, der sich über die vier Grundschuljahrgänge und das letzte Kindergartenjahr erstrecken müsse.
„Mit all diesen Randbedingungen werden wir aber zurecht kommen“, ist sich Lies sicher. Dafür habe man im Landkreis drei Realisierungsmodelle erarbeitet. In der Variante 1 würde eine IGS nur am Standort Sande realisiert, dies hätte erhebliche Investitionen allein in neue Klassenräume zur Folge. Gleiches gelte für die alleinige Realisierung im Gebäude der Hauptschule Schortens. Die Variante 2 sieht eine gemeinsame Umsetzung in den Gebäuden des Schulzentrums Sande und der Hauptschule Schortens vor. Die Variante 3 würde eine Realisierung in den Gebäuden der HS und der RS in Schortens vorsehen, dann wäre in Sande weiter ein Schulzentrum mit Haupt- und Realschule vorhanden.
In der Diskussion an diesem Abend sind die Vor- und Nachteile der verschiedenen Modelle sehr intensiv ausgetauscht worden. Bedenken gab es bei einer IGS über zwei Standorte hinweg. Allerdings wurden auch die Vorteile einer wohnortnahen Beschulung in die Argumentation eingebracht.
„Welches Modell letztlich auch gewählt wird, wir wollen eine IGS in Friesland mit einem eigenen Profil und einer eigenen Identität“, sagte Olaf Lies. Besonders das Thema Integration liegt ihm dabei am Herzen. „Ich würde lieber mehr Geld in Gesamtschulen investieren, als Förderschulen zu erweitern“, betonte der Abgeordnete mit Blick auf das eigentlich viergliedrige deutsche Schulsystem. Immerhin würde die Zahl der Förderschüler sogar noch anwachsen.
Das Aktionsbündnis hat sich an diesem Abend um neue Mitstreiter erweitert und stellt sich für die kommenden Wochen und Monate neu auf. „Wir werden jetzt auf Elterninformation und Öffentlichkeitsarbeit setzen“, so Andrea Wilbers vom Aktionsbündnis. Dazu werde man weiteres Informationsmaterial erstellen und in Veranstaltungen für Fragen zur Verfügung stehen. |
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